Impfen in der Apotheke
Fortbildung für Apothekerinnen, Apotheker, PTA und PKA
Mit dem Apothekenversorgung-Weiterentwicklungsgesetz ist ein wichtiger Schritt für die Zukunft der pharmazeutischen Versorgung beschlossen: Apotheken erhalten künftig die Möglichkeit, Schutzimpfungen mit allen Impfstoffen anzubieten, die keine Lebendimpfstoffe sind. Damit erweitert sich das bisherige Spektrum über Grippe- und COVID-19-Schutzimpfungen hinaus deutlich.
Für Apotheken entsteht daraus eine große Chance. Impfungen können künftig noch stärker Teil eines modernen Präventionsangebots werden – niedrigschwellig, wohnortnah und eingebunden in die pharmazeutische Beratung. Wer sich frühzeitig vorbereitet, kann neue Impfleistungen strukturiert planen, fachlich sicher einordnen und mit einem kompetenten Team professionell in den Apothekenalltag integrieren.
Die Fortbildung „Impfen in der Apotheke“ unterstützt Apotheken genau dabei. Sie vermittelt das notwendige Wissen, um die neuen Möglichkeiten fachlich, rechtlich, organisatorisch und kommunikativ sicher zu verstehen. Ziel ist es, Apothekerinnen, Apotheker und Apothekenteams optimal darauf vorzubereiten, Impfangebote kompetent zu begleiten, Prozesse aufzubauen und die Apotheke als starken Präventionsstandort weiterzuentwickeln.
Warum diese Fortbildung wichtig ist
Impfen gehört zu den zentralen Maßnahmen der Prävention. Gleichzeitig zeigen Versorgungslücken, saisonale Belastungsspitzen und ein steigender Beratungsbedarf, wie wichtig zusätzliche niedrigschwellige Impfangebote sind. Apotheken sind für viele Menschen gut erreichbar, vertraut und häufig der erste Ansprechpartner bei Gesundheitsfragen.
Mit der Erweiterung der Impfkompetenzen wächst die Rolle der Apotheke im Präventionsgeschehen. Daraus ergeben sich neue fachliche Aufgaben, aber auch neue Anforderungen: Teams müssen rechtliche Rahmenbedingungen kennen, Impfstoffe einordnen können, geeignete Abläufe entwickeln, Risiken erkennen, sicher dokumentieren und Patientinnen und Patienten verständlich beraten.
Diese Fortbildung schafft dafür eine fundierte Grundlage.
Inhalte der Fortbildung
Die Fortbildung behandelt das Thema Impfen in der Apotheke umfassend und praxisnah. Sie verbindet rechtliche Grundlagen, impfwissenschaftliches Wissen und konkrete Anforderungen an die Umsetzung in der Offizin.
Im Mittelpunkt stehen unter anderem die Rolle der Apotheke im Impfgeschehen, die aktuelle Rechtslage, die Bedeutung von STIKO-Empfehlungen und Schutzimpfungs-Richtlinie, Grundlagen der Immunologie, Impfstofftechnologien, Impfstoffsicherheit, Kontraindikationen, Aufklärung, Einwilligung, Dokumentation, Hygiene, Qualitätssicherung, Notfallmanagement und die organisatorische Einbindung in den Apothekenalltag.
Dabei geht es nicht nur um Wissen, sondern vor allem um praktische Handlungssicherheit: Was muss das Team wissen? Welche Prozesse müssen vorbereitet werden? Welche Fragen stellen Patientinnen und Patienten? Wann ist eine ärztliche Abklärung erforderlich? Und wie kann die Apotheke ein Impfangebot seriös, sicher und professionell aufbauen?
Für wen ist die Fortbildung geeignet?
Die Fortbildung richtet sich an Apothekerinnen und Apotheker, PTA und PKA, die das Thema Impfen in der Apotheke fachlich sicher verstehen und organisatorisch professionell begleiten möchten.
Der fachliche Schwerpunkt liegt auf Apothekerinnen und Apothekern, die Impfleistungen durchführen, verantworten oder in der Apotheke strategisch aufbauen möchten. PTA und PKA profitieren insbesondere durch ein besseres Verständnis der Abläufe, Zuständigkeiten, Kommunikation und organisatorischen Anforderungen im Team.
Wichtiger Hinweis zur praktischen Impfschulung
Diese Fortbildung ersetzt nicht die verbindliche praktische beziehungsweise ärztliche Schulung, die für die tatsächliche Durchführung von Schutzimpfungen in der Apotheke erforderlich ist.
Für impfende Personen gelten die jeweils aktuellen gesetzlichen Vorgaben, Qualifikationsanforderungen und Schulungskonzepte. Die praktische Schulung erfolgt nach den dafür vorgesehenen Curricula und wird unter anderem über die Apothekerkammern beziehungsweise nach den jeweils zuständigen Vorgaben organisiert.
Die Fortbildung „Impfen in der Apotheke“ ist daher als fachliche, rechtliche und organisatorische Vorbereitung konzipiert. Sie hilft Apotheken, sich frühzeitig und umfassend mit dem Thema auseinanderzusetzen, ersetzt aber keinen gesetzlich vorgeschriebenen Qualifikationsnachweis für die praktische Durchführung von Impfungen.
Was Sie nach der Fortbildung können
Nach Abschluss der Fortbildung können Sie die Rolle der Apotheke im Impfgeschehen sicher einordnen. Sie kennen die wichtigsten rechtlichen Grundlagen, verstehen die immunologischen Prinzipien von Schutzimpfungen und können Impfstoffe, Empfehlungen, Sicherheitsaspekte und Grenzen der Apothekenimpfung fachlich bewerten.
Sie gewinnen außerdem Sicherheit bei der Organisation von Impfprozessen: von der Vorbereitung über die Patientenkommunikation bis zur Dokumentation und Qualitätssicherung. Damit unterstützt die Fortbildung Apotheken dabei, neue Impfangebote nicht nur möglich zu machen, sondern professionell, verantwortungsvoll und strukturiert umzusetzen.
Ihr Nutzen für die Praxis
Die Fortbildung ist konsequent auf den Apothekenalltag ausgerichtet. Sie zeigt, welche Bedeutung rechtliche, medizinische und organisatorische Inhalte für konkrete Entscheidungen in der Offizin haben: bei der Planung des Impfangebots, bei der Ansprache von Patientinnen und Patienten, bei der Prüfung möglicher Risiken, bei der Dokumentation und bei der Einbindung des gesamten Teams.
So entsteht ein klarer Praxisnutzen: mehr fachliche Sicherheit, bessere Abläufe, eine fundierte Beratung und ein professioneller Auftritt gegenüber Patientinnen und Patienten, Ärztinnen und Ärzten, Kammern, Behörden und Kostenträgern.
Fortbildung mit wissenschaftlichem und rechtlichem Anspruch
Die Inhalte basieren auf aktuellen rechtlichen Grundlagen, offiziellen Empfehlungen und belastbaren wissenschaftlichen Quellen. Berücksichtigt werden insbesondere die Vorgaben des Infektionsschutzgesetzes, des Sozialgesetzbuches V, der Apothekenbetriebsordnung, der Schutzimpfungs-Richtlinie, der STIKO, des Robert Koch-Instituts, des Paul-Ehrlich-Instituts sowie einschlägige pharmazeutische und medizinische Fachquellen.
Damit eignet sich die Fortbildung für Apotheken, die Impfleistungen fachlich sicher, rechtlich sauber und organisatorisch professionell vorbereiten möchten.
Jetzt vorbereiten auf die erweiterten Impfkompetenzen
Die Ausweitung der Impfkompetenzen ist eine wichtige Entwicklung für die Apotheke als Gesundheits- und Präventionsstandort. Sie eröffnet die Möglichkeit, Patientinnen und Patienten künftig noch umfassender zu versorgen und Prävention sichtbarer in der Offizin zu verankern.
Die Fortbildung „Impfen in der Apotheke“ unterstützt Sie dabei, diese Entwicklung fachlich fundiert aufzugreifen, Ihr Team vorzubereiten und neue Impfangebote mit Kompetenz, Struktur und Sicherheit zu planen.
Lerninhalte
Modul 1: Warum Impfen? Chancen und Perspektiven für die Apotheke
- Rolle der Apotheke im Präventions- und Impfgeschehen
- Versorgungslücken, Impfbedarf und niedrigschwelliger Zugang
- Nutzen für Patientinnen, Patienten, Gesundheitssystem und Apotheke
- Gesundheitspolitischer Kontext und neue Chancen durch erweiterte Impfkompetenzen
Modul 2: Rechtliche Grundlagen und Voraussetzungen
- Entwicklung des Impfens in Apotheken und aktuelle Rechtslage
- Voraussetzungen für impfende Apotheken und impfende Personen
- Schulungsanforderungen, Verantwortlichkeiten und Teamrollen
- Aufklärung, Einwilligung, Dokumentation, Haftung und Datenschutz
Modul 3: Impfprävention verstehen
- Grundlagen des Immunsystems und Aufbau von Impfschutz
- Individualschutz, Gemeinschaftsschutz und Bedeutung von Impfquoten
- Nutzen-Risiko-Abwägung bei Schutzimpfungen
- Einordnung von Impfstoffen zwischen Evidenz, Sicherheit und öffentlicher Wahrnehmung
Modul 4: Impfstoffe verstehen
- Überblick über wichtige Impfstofftechnologien
- Totimpfstoffe als Schwerpunkt des künftigen Apothekenspektrums
- Abgrenzung zu Lebendimpfstoffen
- Adjuvantien, Hilfsstoffe, Lagerung, Kühlkette und Qualitätssicherung
Modul 5: Impfempfehlungen und relevante Impfungen
- STIKO-Empfehlungen und Schutzimpfungs-Richtlinie als Beratungsgrundlage
- Anwendung des Impfkalenders in der Apothekenpraxis
- Relevante Impfungen für Erwachsene, etwa Influenza, COVID-19, Pneumokokken, RSV und Herpes Zoster
- Grenzen der Apothekenimpfung und ärztliche Weiterleitung
Modul 6: Impfberatung in der Apotheke
- Impfstatus erkennen und Beratungsanlässe nutzen
- Anamnese, Risikoeinschätzung und Kontraindikationen
- Umgang mit Unsicherheit, Impfskepsis und Fehlinformationen
- Patientengerechte Aufklärung und interprofessionelle Abstimmung
Modul 7: Praktische Durchführung von Impfungen
- Vorbereitung von Impfungen und Organisation des Ablaufs
- Räumliche, hygienische und materielle Anforderungen
- Durchführung, Nachbeobachtung und Verhalten nach der Impfung
- Dokumentation, Abrechnung und Notfallmanagement
Modul 8: Qualitätssicherung, Sicherheit und Risikomanagement
- Standardarbeitsanweisungen und Prozessqualität
- Hygiene, Arbeitsschutz und Fehlervermeidung
- Pharmakovigilanz und Meldung unerwünschter Wirkungen
- Datenschutz, Dokumentenmanagement und kontinuierliche Verbesserung
Modul 9: Kommunikation, Positionierung und Zusammenarbeit
- Patientenansprache und niedrigschwellige Impfkommunikation
- Rollenklärung und Kommunikation im Apothekenteam
- Zusammenarbeit mit Ärztinnen, Ärzten, Pflegeeinrichtungen und weiteren Partnern
- Umgang mit kritischen Rückfragen und Konflikten
Modul 10: Organisation, Wirtschaftlichkeit und erfolgreicher Start
- Integration von Impfleistungen in den Apothekenalltag
- Personal-, Termin- und Ressourcenplanung
- Wirtschaftliche Betrachtung, Vergütung und Positionierung
- Checklisten, Startplanung und strategische Perspektiven für erweiterte Impfangebote
Fortbildungspunkte
Der Fernkurs Impfen in der Apotheke ist bei der Bundesapothekerkammer im Rahmen der Richtlinien der Apothekenkammern zum Erwerb des Fortbildungszertifikats in der Kategorie 7: Bearbeiten von Lektionen (z.B. E-Learning, Zeitschriften, Video) - mit Lernerfolgskontrolle zur Akkreditierung eingereicht.
Dauer und Beginn
- Beginn ab 17. August 2026 möglich.
- Bearbeitung während der Berufszeit oder von zu Hause zu individuell planbaren Zeiten
- Der Kurs kann jederzeit begonnen werden.
- Die Abschlussprüfung kann zweimal jährlich in einem Zeitfenster von März bis Mai und September bis November abgelegt werden.
- Empfohlene Lernzeit: 4 bis 6 Monate
Ablauf des Fernkurses
- Anmeldung via Online-Anmeldung oder Anmeldeformular.
- Erhalt der Fernkursunterlagen, die bei der Teilnehmerin/dem Teilnehmer verbleiben sowie Zugang zur Online-Academy.
- Studium in Eigenregie mit Selbstkontrolle anhand gelieferter Kontrollaufgaben. Bei Unklarheiten stehen wir telefonisch zu den Service-Zeiten oder via E-Mail zur Verfügung.
- Die Zwischenprüfungen (Multiple Choice) sollten begleitend während des Fernkurses absolviert werden, da sie sich jeweils auf verschiedene Lernabschnitte beziehen.
- Die Abschlussprüfung erfolgt ebenfalls online in den Zeitfenstern März bis Mai und September bis November. Innerhalb dieser Zeitfenster kann die Prüfung jederzeit abgelegt werden.
- Nach erfolgreichem Abschluss der Online-Abschlussprüfung erhält der/die Teilnehmer/in ein Zertifikat.
Kosten
Die Gesamtkosten betragen 400,00 EUR zzgl. 76,00 EUR MwSt. (476,00 EUR brutto).
Die Zahlung der Kursgebühr ist vor Kursbeginn fällig.
Zielgruppe
- Pharmazeutisch-technische Assistentinnen (PTA) und Pharmazieingenieure
- Pharmazeutisch-kaufmännische Angestellte (PKA)
- Approbierte Apothekerinnen und Apotheker, z.B. auch Filialleiter

